Donkeytown Fès
Es war mal wieder Wochenende und aufgrund mangelnder akademischer Motivation zum Studium brechen Elizabeth (Liz) und ich auf ins 60km entfernte Fès zum Zwecke touristischer Erkundungen. Kayla wollte uns begleiten meldete sich dann leider am morgen krank. Déjà vu?
Also auf in ein Grand Taxi und ab gehts. Natürlich in die alte Medina. Wir versuchen einer Route des Reiseführers zu Folgen und haben uns innerhalb von ca. 5 Minuten in den engen Gassen verlaufen. Aber das haben wir ohnehin erwartet. Laut Wikipedia gibt es angeblich keinen exakten Stadtplan der Altstadt.
Fès hat nur 1 Million Einwohner, also ist es kaum verwunderlich, dass wir eine Stunde nach Ankunft in eine Gruppe von ca. 15 Austauschstudenten aus Ifrane rennen, die alle vom Worcester Polytechnic Institute (WPI) aus Amerika sind und sich demnach auf einem von langer Hand geplanten Ausflug befinden. Sie haben einen Guide, also schließen wir uns der Gruppe dreisterweise an, was eine super Idee war.
Ich werd jetzt nicht alles beschreiben was wir erlebt haben. Ein Highlight in Fès sind jedoch die Gerberbecken. Es stinkt ungeheuerlich, hauptsächlich wegen des pigeon poo (Taubenkot), der in den weißen Becken des Ammoniaks wegen verwendet wird. Doch wir sind bewaffnet mit frischer Minze, bereit es mit dem Gestank aufzunehmen und die farbigen Becken sind sehr beeindruckend.
Später lösen wir uns wieder von der Gruppe mit einem konkreten Ziel, gutem Orientierungssinn und dank Schattenwurf der Sonne auch berechenbaren Himmelsrichtungen…
Pustekuchen, wir sind praktisch im Kreis gelaufen und können uns nicht erklären wie das geschehen konnte. Auf dem Weg trafen wir viele kleine und große Kinder auf dem Weg zur Madrassa - zur Schule. Die fanden uns anscheinend überaus interessant, was verwunderlich ist, da in der alten Medina ziemlich viele Touristen umherirren. Nunja wir waren ja (bewusst :P) etwas abseits des Rummels.
Liz hat Hunger, Zwischenstop bei McDonalds, denn dank Ramadan hat kein anderes Restaurant geöffnet. Aber McDonalds auf arabisch hat auch seinen Flair
Dort treffen wir dann noch zwei andere Studenten aus unserer Uni. Marokko ist ja soo klein.
Irgendwie hab ich total vergessen die vielen Esel zu fotografieren, die einen teils dreist durch die winzigen Gassen der alten Medina schubsen. Immerhin haben die Esel (meistens) Stoffbeutel am Po hängen, die verhindern, dass die Altstadt gestanklich explodiert.
Nachdem (dank Ramadan) kein Grand Taxi nach Ifrane zurückfährt — außer wir wären bereit 30 Euro zu zahlen, was angesichts des regulären Preises von 2 Euro für die Strecke ein unglaublicher Wucher ist — sind wir froh, dass im Bus der WPI-Studenten noch zwei Plätze frei sind und wir bewundern während der Heimfahrt durch den mittleren Atlas den Sonnenuntergang über der kargen Babellandschaft.
Noch mehr Bilder aus Fès gibts in der Bildergalerie.
Am 23. September 2007 um 21:29 Uhr
ist der big mäc bei mcdonalds in marokko mit couscous gefüllt oder gibt es dort auch die globalisierte fassung?
wie halten die marokkaner denn die strengen gerüche in der medina oder bei den färbereien aus ? oder gewöhnt man sich mit der zeit daran?
na dann pass auf, daß die esel dich nicht zu sehr schubsen,
sei lieb gegrüßt aus dem nun doch noch spätsommerlichen berlin
Am 23. September 2007 um 23:22 Uhr
Bei McDoof gibts ziemlich genau das selbe wie überall auch und auch mit internationalen Preisen. Angeblich ist das McDoof an Samstag teilweise so voll, dass man vorher reservieren muss, um einen Platz zu bekommen. In Tangier soll es auf dem Dach einen Candlelight-Bereich geben. Canclelight-Dinner bei McDonalds. Unglaublich
An die Gerüche gewöhnt man sich wohl, wobei die Marokkaner wohl versuchen nicht zu lange in den Gerberbecken zu arbeiten, weil die Chemikalien dann wohl doch auf die Gesundheit gehen. Außerhalb des Bereichs riecht es aber nur selten und nie so stark.
Schöne Grüße zurück nach Deutschland.
Am 4. Oktober 2007 um 17:28 Uhr
Hah,
WPI!!! Ich wusste es, die reißen die Weltherrschaft an sich. Sag mal Hagen, war da zufällig ein bestimmter Shane Gibbons dabei mit einer rumänischen Freundin namens Ema. Die beiden kenn ich noch aus meiner Zeit in den Staaten. Ach mensch, dat jübbt et ja allet nich. Na egal, wie gesagt, schöne Grüße,
Jana
Am 4. Oktober 2007 um 17:49 Uhr
Ich glaub nicht, dass die beiden hier sind. Wär ja auch zuuu großer Zufall oder?
Aber vielleicht erkennst du ja wen auf dem einzigen Gruppenfoto (leider teils von hinten).
Naja wegen der 4 Semester im Jahr, bleiben sie ja nur 2 Monate und werden pünktlich zum Ende von Ramadan Marokko wieder verlassen müssen.