Endspurt
Eine ganze Weile ist vergangen seit meinem letzten Eintrag. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich das Semester rapide dem Ende nähert, was kulturübergreifend mit erhöter Arbeitslast korreliert und somit auch die Wochenenden ruiniert und es folglich nichts spannendes zu berichten gibt.
Die letzte Woche war mega-stressig, Paper in Arabisch, dazu ne Präsentation, Präsentation in Darija (marokkanischer Dialekt) und zwei Endtermklausuren. Drei sind noch übrig und dann ists geschafft. Inzwischen zählt jeder die verbleibenden Tage, meist in freudiger Erwartung der Heimkehr.
Weihnachtsstimmung kam hier bisher nicht auf. Einerseits natürlich weil der Islam kein Weihnachten hat und andererseits weil das Wetter irgendwie immernoch spätsommerlich ist. Tagsüber werden es bis zu 15°C mit strahlendem Sonnenschein und wenn man morgens um drei aus dem Nachtclub (und Ifrane hat davon jetzt sogar zwei!) zurückkehrt erfriert man bei bis zu -10°C praktisch. Schnee hab ich eines Nachts schneien sehen, aber richtig liegenden Schnee werd ich wohl hier nicht zu Gesicht bekommen. Dafür füllt sich aber der Ifrane-See beständig mit Wasser. Schön ![]()
Aber zurück zum Thema Weihnachten, denn das ist ja wohl gerade ganz groß in der christlichen Welt
Heute war das “Festival of Carols and Lessons” eine von der christlichen Community hier organisierte große weihnachtskonzertartige Veranstaltung. Da Christen in Marokko eine Minderheit sind, kommen die unterschiedlichsten christlichen Gruppen zusammen, wenn sich denn dann mal eine solche Veranstaltung ergibt. So trafen aus diesem Anlass also Protestanten, Katholiken, Orthodoxe, Franziskaner und selbst Muslime aufeinander. Ca. 15 verschiedene Gruppen aus ganz Marokko waren dabei und alle hatten etwas zum Programm beizutragen. Ich habe auch gelernt, dass die meisten Christen in Marokko nicht etwa Europäer sind, wie man leicht hätte annehmen können, sondern Afrikaner und so kam man neben klassischen französischen und englischen Weihnachtsliedern in verschiedensten Stilen auch in den Genuss einer unglaublich Vielfalt an afrikanischen Gospelgesängen. Gesungen wurde oft in französisch, aber auch auf Suahili, Arabisch, Russisch, Latein und die erste Strophe vom entsprungenen Ros wurde akzentfrei auf Deutsch dargeboten. Über drei Stunden ging das Programm und es war vermutlich eines der besten Weihnachtskonzerte die ich je erlebt habe. Nun also doch Weihnachtsstimmung
Eine frohe Adventszeit euch allen!