Die Reise nach Essaouira
Nachdem ich den geplanten Aufenthalt in Agadir vorerst übersprungen habe, sollte am Mittwoch das ebenfalls an der Atlantikküste gelegene Essaouira die nächste Station sein. Unglücklicherweise ist am Donnerstag nicht nur mein, sondern auch noch der Geburtstag des Propheten, und für die vier freien Tage flippt Marokko total aus. Mein Bus nach Rabat ist komplett ausgebucht, aber über Umwege komme ich dort am späten Nachmittag doch noch an. Ich hatte ja anfangs etwas Angst vor den billigen lokalen Buslinien, doch da selbst der teurere CTM-Bus manchmal ein wenig dreckig und müffelnd ausfällt und es dann bis auf die wirklich langsame Geschwindigkeit an den billigen Bussen nichts weiter auszusetzen gibt, bin ich doch ganz glücklich. An Zwischenstopps in anderen Städten drängen sich diverse Händler in den Bus, die Schokoladenriegel, belegte Sandwiches, Bananen und alles heilende Wundercreme verkaufen. Zum Mittagsstopp gibts frischen Milchreis, der Service ist spitze. Im verregneten Rabat fährt an diesem Tag nur den Nachtbus nach Essaouira und da ich ohnehin schon unter Schlafentzug leide, entscheide ich mich nur noch mit dem Zug nach Marrakesch zu fahren. Das war allerdings riskant und so mache ich an diesem Abend mit dem vollsten Zug meines Lebens Bekanntschaft. 14 Leute sind wir im Abteil, nirgends im Zug ist mehr Platz, selbst das Gepäck der Leute ist schwer unterzubringen, die Menschen stapeln sich förmlich. Die Infrastruktur Marokkos ist klar an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen.