Irgendwie kam mir alles spanisch vor
… aber das lag dann wohl an Spanien. Ein komisches Land: kann sich nicht zwischen Rechts- und Linksverkehr entscheiden (Autos rechts, Metro und Rolltreppen links) und hat noch dazu eine Zeitverschiebung in den Abend. Wer hier um 8 zu Abend essen will ist irgendwie zu früh dran.
Ok, ein bisschen Geschichte, weil so viel los war, wird das jetzt also etwas länger: (Kurzfassung: everything akkording to plan
)
Mit dem Abflug all den letzten Stress aus Berlin hinter mir gelassen, nun gings endlich los.
Der Flughafen in Madrid: nich so schick. Nach einem kleinen Streit mit dem Fahrkartenautomat für die Metro, bekam ich dann trotzdem meine Tageskarte. Das Gepäck im Schließfach verstaut, konnt ich dann loslegen: Stadt angucken.
Also schnell zum Platz der Sonne (Sol) und raus aus der Dunkelheit der Metro.
Sieht ja eigentlich ziemlich schick aus: kleine Gassen, viele Berge, stuckverzierte Häuser. Auf den zweiten Blick ein wenig dreckig, teilweise riechend und ein von Klimaanlagen geprägtes Stadtbild.
Nach einer Stadtrundfahrt mit dem normalen Bus (Circle-Line), wollt ich mir das ganze mal von oben ansehen.
Dummerweise hab ich mich total verlaufen, weil ich auf der falschen Seite einer viel zu großen praktisch unüberwindbaren Straße stand. Am Ende hatte der Turm eh geschlossen. Das war schade, aber nicht so schlimm. Zum Ausgleich gabs Regenbogen.
Und überhaupt lässt sich die Stadt dank der vielen Berge (neben der Verkehrssituation ein weiterer Grund hier nicht Fahrrad zu fahren – was ja auch keiner tut), dann doch an anderen Stellen schön überblicken.
Nach dem vielen Wandern stand Sièsta im Park auf dem Programm. Vorher gabs allerdings noch eine klitzekleine Verwunderung.
Im Park gibts nen kleinen Tümpel mit unendlich vielen Ruderbooten, dreckigem Wasser und vielen mutierten Fischen drin. Der Legende nach soll eines der Ruderboote von oben bis unten mit Gras gefüllt sein. Alle 10 Meter werden einem entsprechend auch gleich derartige Rauschmittel angeboten, aber das der Park Hauptumschlagplatz für Haschisch ist, steht ohnehin in jedem Reiseführer. Nichtsdestotrotz ist es sehr schön dort und wegen der Straßenkünstler, die sich an der Betonbrüstung des Ufers tummeln, auch unterhaltsam.
Rechts dieses Monuments hab ich mich niedergelassen.
Und nach dem Ausruhen den internationalen Treffpunkt für Weltenbummler und Rucksacktouristen aufgesucht: Die Trommler im Park, die sich auf den von der Sonne gewärmten Steinbänken des Monuments breit gemacht haben.
Spanisch sprechen zu können wäre spätestens jetzt von Vorteil gewesen, war dadurch leider etwas mühsam mit der Kommunikation.
In regelmäßigen Abständen vollzieht sich dann ein Ritual, denn jedes Mal wenn die Polizei vorbeifährt trommeln die Trommler besonders laut, was natürlich in der Umgebung gehört wird…
Rafa (Rafael) ein gebürtiger Spanier hat mir dann noch eine nette mexikanische Bar gezeigt und dann gabs erstmal Nachos.
Und anschließend ein überaus leckeres Bier.
Um 23:30 hieß es dann umziehen und Party machen. Schnell noch am Sol einen Gutschein für das Palacio de Gaviria besorgt, eine Diskothek in einem alten Palast. Leider keine Fotos, aber sieht wirklich super aus. Willkommensgetränk war auch noch dabei und das alles for free
Leider hatten sie mit der Musikrichtung etwas gelogen. Von Rumba war keine Spur, dafür House und später etwas das ich jetzt mal Raggae mit vielen Beat-Elementen nenne. Jedenfalls dort u.a. zwei nette Mädchen (Karoline und Wencke aus Frankfurt) getroffen, die hier einen 3-wöchigen Spanisch-Intensivkurs machen. Da wir uns prima verstanden haben (könnt auch an der Deutschen Sprache liegen) und in deren Studenten-WG an der Grand Via noch ein Zimmer leer stand, war nun also auch meine Schlafgelegenheit gesichert.
Auf dem Heimweg wurden wir noch Zeugen der nächtlichen Stadtreinigung, die im wesentlichen den Müll mit Wasser die Berge runterspült
. Nach gut 3h Schlaf nun also wieder erwacht, Blog geschrieben und im Café gefrühstückt. Auch wenn die Madrider irgendwie immer sonstwas wie spät ins Bett gehen, waren die Tavernen und Caféterien schon um 7 Uhr wieder gut besucht. Anscheinend brauchen sie keinen Schlaf. Ich schon. *gähn*
Am 24. August 2007 um 15:50 Uhr
Hi Hagen, dein Bericht klang gut und du scheinst ja Spaß bei deinem spanischen Kurzaufenthalt gehabt zu haben, aber du hast gar nicht geschrieben ob deine optimistische Zeitplanung zwischen Postbesuch und Abflug aufgegangen ist!
Am 24. August 2007 um 19:47 Uhr
Ja das stimmt. Das hat alles wunderbar geklappt. 8:15 Flughafen, 9:00 Post, 9:30 Flughafen, 9:55 boarding, 10:10 Abflug. Hab leider keinen Fensterplatz mehr erwischt, naja der Flug war ja auch mehr Mittel zum Zweck