Transportation in Morocco

Meine deutschen Sprachkenntnisse schwinden stetig, dafür verbessern sich englisch und arabisch (wenn auch nur mit größter Anstrengung und viel zu langsam). Inzwischen kann ich jedoch im arabischen Fernsehen manchmal schon ganze Sätze verstehen. Die 9live-ähnlichen Sendungen sind super um Zahlen zu lernen (Telefonnummern für jedes arabische Land und alle paar Minuten ändert sich der Geldbetrag ;) ).

Nun gut, ein bisschen hatte ich das ja schon in den anderen Artikeln erwähnt, aber hier nochmal die Reiseführerversion für Papa und Walter die mich in kürze besuchen werden. Wer den Anhalter gelesen hat, weiß, dass man nie ohne sein Handtuch reisen sollte.

Der Reiseführer “Per Anhalter durch die Galaxis” enthält ein paar Angaben zum Thema Handtücher. Ein Handtuch, heißt es da, ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Dem kann man sich für Marokko nur anschließen. Wer sein Handtuch nicht unnötigerweise dreckig machen möchte sollte aber außerdem daran denken, immer Klopapier im Handgepäck zu haben.

Wer innerhalb Marokkos reist, tut das — sofern möglich — am besten mit der Bahn. Denn die ist bequem, schnell, meist pünktlich, sauber und (im Vergleich zu Europa) auch noch billig. Wir mega-reichen Europäer können uns dann sogar die erste Klasse leisten, was dank Klimaanlage gerade im Sommer eine wirklich lohnende Investition ist.

Grand Taxis to Fez in Ifrane

Um billig von Stadt zu Stadt zu kommen, die nicht per Bahn erreichbar sind, gibt es zwar auch Busse, die sind aber meist überfüllt, ein Abenteuer und haben gelegentlich Stress mit dem Gepäck. Ich habs leider noch nicht ausprobiert, daher an dieser Stelle keine weiteren Tipps dazu. Die einfachere Variante sind Grand Taxis, ältere deutsche Mercedesse die als Sammeltaxis fungieren. Jede Stadt hat ein oder mehrere Grand Taxi Stations (jede für bestimmte Zielorte), wo man sich trifft und dann im Taxi wartet bis sich sechs Passagiere mit dem selben Fahrtziel gefunden haben. Zwei Personen quetschen sich auf den Beifahrersitz und vier Personen nehmen auf der Rückbank platz, was imho bequemer ist als vorne. Niemand schnallt sich je an. Wie bereits berichtet, kann man einen weiteren Platz bezahlen (z.B: ~30MDH (<3€) für 1h Fahrt), wenn man mehr Komfort genießen möchte oder nicht darauf warten will, dass eine fünfte oder sechste Person kommt. Das Fahren selbst ist dann widerum abenteuerlich. Ich hab keinen Plan warum ich noch nichts von Unfällen gehört habe oder noch keinen erlebt habe. Also Augen zu und durch, irgendwie geht am Ende doch alles glimpflich aus.
Manchmal scheint es aber nahezu unmöglich ein Grand Taxi zum Zielort zu finden und dann kanns schonmal teuer werden, wenn man ein ganzes Taxi bezahlen muss und insbesondere keiner der Taxifahrer zum Zielort fahren möchte. So werden aus 30DH pP schnell 300DH für das ganze Taxi. Überhaupt wirken die Grand Taxi Fahrer und die Organisation an den Grand Taxi Stations ein bisschen mafiamäßig ;)

Vom Trampen wird einem deutlich abgeraten. Ich weiß allerdings nicht, ob das nur die generelle Skepsis gegenüber Anhaltern ist (wie man sie ja auch in Deutschland vorfindet) oder ob es wirklich viel gefährlicher ist, was man ja hier durchaus in Betracht ziehen muss. Nichtsdestotrotz sieht man relativ häufig trampende Marokkaner am Straßenrand stehen.

Petite Taxi

Innerhalb von Städten hat man kein Problem sich fortzubewegen. Petite Taxis findet man (meistens) überall und unglaublicherweise kann man sich diese sogar leisten. Kurze Strecke 5DH, lange Strecke 10DH, sehr lange Strecken können in Großstädten dann aber auch schonmal teurer werden (bis zu 30DH). Die Taxis nehmen nicht mehr als drei Leute mit, man muss sich also ggf. auf mehrere Taxis aufteilen. Die Taxis haben Taximeter. Manchmal vergessen die Fahrer aber diese anzuschalten, im Zweifelsfall kurz nachfragen.
Hier in Ifrane benutzt keiner der Fahrer Taximeter. Es gibt hier nur die Tarife kurze und lange Strecke. Die Strecke Uni — Innenstadt — Marché ist also 2×5DH.
Wichtig zu wissen ist, dass man Taxis nicht wie in Deutschland üblich mit der Kung-Fu-Ich-Will-Kämpfen-Geste heranwinkt (die ggf. als solche verstanden werden könnte ;) ) sondern heranwinkt während die Handinnenfläche in Richtung Boden zeigt.

Busse gibts in größeren Städten, die erinnern einen aber manchmal an Bilder aus Indien und überhaupt hab ich nicht rausgefunden wie man die Linien herausfindet. In Rabat wird derzeit sogar eine Straßenbahn gebaut.

Wer durch die Stadt wandert wird früher oder später Bettlern begegnen. Ich persönlich pack mir Wechselgelddirhams in die Hosentasche, so dass ich ggf. schnell ein bisschen Kleingeld parat habe. Man gibt zwar nicht jedem Bettler was, aber wenn man oft genug nichts gibt bekommt man schnell ein schlechtes Gewissen und 1DH (10¢) tut jetzt nicht wirklich weh. Allerdings hört man auch ab und zu Geschichten von Bettlern die darüber mehr oder weniger reich geworden sind, von daher fühlt man sich eigentlich wie sonst auch halt immer ein bisschen ambivalent dem gegenüber.

3 Reaktionen zu “Transportation in Morocco”

  1. Blitz

    Hey,
    du hast mich gerade auf die Idee mit einem ähnlichen Artikel gebracht. Siehe in ein, zwei Stunden auf Munchkin ;)

    WIe schauts bei dir sonst aus?

  2. Munchkin-wg.de » Transportation in Korea

    [...] an Hagens Blogeintrag hier ein bisschen was über Transport in [...]

  3. Damaris

    Ja, ueber das Verehrswesen habe ich ja auch schon geschrieben. Von den Bussen von denen du schreibst (boah, mein deutsch macht auch langsam nen abgang… :) ) … die aehneln bestimmt den vwbussen hier. Da gibts keine Fahrplaene und die Linien werden manchmal auch spontan anders gewaehlt, hauptsache man kommt an :) zwischendurch mal durch die slums oder uebers feld :) und verrueckt fahren sie allemal. Ich habe auch noch von keinem Unfall gehoert, was mich sehr wundert, aber um ehrlich zu sein, will ich davon auch gar nichts wissen, ist so schon immer ganz nervenkitzlig… Und die vwbusse hier sammeln ihre leute bis wirklich aber wirklich keiner mehr reinpasst… wenn nicht, bleibt halt die tuer offen und einer haengt halb draussen :)
    Liebe gruesse vom gleichen Kontinent :)
    Damaris

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