Die ersten Tage an der Uni

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Entschuldigt, dass ich so lange nicht schreibe, aber hier ist einfach immer etwas los. Die Kennenlernenphase dauert noch an und wird wohl auch noch länger dauern. Es sind einfach so viele Leute hier auf dem Campus, die man täglich sieht und es ist wirklich schwer sich zu entscheiden mit welchen Leuten man nun die Zeit verbringt. Die ersten Tage habe ich viel mit Amerikanern (andere gab es ja kaum ;) ) unternommen, nun versuche ich aber mehr mit Marokkanern in Kontakt zu treten, was erstaunlich einfach ist.

Kamil et Marie

Die Universität ist auf Grundsätzen wie Offenheit und Freundlichkeit gebaut und das scheint jeder Student verinnerlicht zu haben. Leider spricht hier jeder englisch und von daher ist es sehr schwer sich auf französisch zu unterhalten, weil man schnell ins englische zurückfällt, sobald man den anderen schlecht versteht. Die beiden Mädchen (Kami (oder ähnlich ;) ) aus Frankreich und Marie aus Senegal) sprechen aufgrund ihrer Herkunft gern französisch, insbesondere mit Marokkanern. Also ist das eine gute Gelegenheit für mich. Mit meinem modernen Hocharabisch kann ich hier gesprächsmäßig nahezu gar nix anfangen.

Warten auf die Kursregistrierung

Für alle Austauschstudenten und Studienanfänger steht noch bis Mittwoch das Orientation Program auf dem Programm, bei dem wir Abläufe der Uni, marokkanische Kultur und die Umgebung kennenlernen und hin und wieder Formulare ausfüllen müssen oder ähnliches. Alles in allem ist das jedoch hervorragend organisiert.

Nach dem Abholen der Bücher

Gestern konnten wir unsere vorläufige Kurswahl bestätigen oder ändern und anschließend Bücher kaufen gehen, was wiederum Pflicht ist.
Für mich sieht das Programm wie folgt aus:

  • Einführung in die Allgemeine Psychologie
  • Computer Sicherheit (Kryptographie)
  • Wireless Networking and Communication
  • Colloquial Arabic (damit ich hier auch ein bisschen sprechen kann)
  • Beginning Arabic II (oder Intermediate Arabic I — das wird morgen ein Test entscheiden)
Vor den Wohnhäusern

Der Campus ist ansonsten wunderschön. Auf dem Foto sieht man das Haus in dem ich wohne. Mein Zimmer befindet sich im Erdgeschoss. Sehr praktisch, leider keine tolle Aussicht.

Schwimmhalle :)

Morgen soll die Schwimmhalle eröffnen. Ich bin schon sehr gespannt :)


Das erste Abendessen
Die Speisekarte und der frische Chawarma-Spieß

Die Restaurants sind wie Caféterien und haben meist ein warmes Buffet. Für 5¢ gibts ein halbes Baguette, für 30¢ ein Glas Orangensaft das seines gleichen sucht und (falls er das nicht ist zumindest) wie frisch gepresster Orangensaft schmeckt. Das Essen ist geschmacklich interessant, selten scharf, oft lecker. Heute Mittag hab ich mich auf das Schauwarma gefreut, wurde aber etwas enttäuscht. Das schmeckt in Deutschland besser! :) Aber ich probier das nochmal in Ifrane.

Zwei wichtige Regeln wurden uns immer wieder eingetrichert und deren Verletzung hat den Ausschluss von der Universität zur Folge:

  1. Keine Drogen und kein Alcohol (auf dem Campus)
  2. Geschlechtertrennung in den Wohnhäusern

Gerade der zweite Punkt ist etwas anstrengend. Allerdings betrifft es ausschließlich die Wohnhäuser und wenn man sich doch in gemischten Gruppen treffen will, gibt es auf dem Campus genügend Orte um das zu tun. Diese Regeln hängen damit zusammen, dass die Eltern (die letztendlich die Checks ausstellen) gewisse Ansprüche an die Universität haben.
Die Marokkaner sind sehr verschieden, man kann sie nicht alle in einen Topf werfen. Für (sehr wenige) Studenten ist es bereits unfassbar, dass ein Paar auf dem Campus Hand in Hand entlangschlendert und für andere ist kein Problem, wenn sich ein Paar in der Öffentlichkeit knutscht. Außerhalb des Campus ist das jedoch anders. Wenn Frauen in die Stadt gehen, kleiden sie sich weniger freizügig als auf dem Campus. Hauptsächlich jedoch um weniger Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und natürlich verhalten sie sich ganz anders, wenn ihre Eltern da sind. ;)

Karaoke

Heute habe ich viel Karten gespielt, was interessant war, da man anscheind überall auf der Welt ähnliche Kartenspiele kennt, jedoch immer in verschiedenen Varianten. So glaubte man die Regeln zu kennen, aber die andern sahen das anders.

Smiling

Heute abend gab es ein gemeinsames Kennenlernprogramm mit vielen Spielen (aber mehr Namen kann sich hier ohnehin keiner merken) und anschließend Karaoke. Und hier sind Leute deren Stimme einfach umwerfend ist!

Eine Reaktion zu “Die ersten Tage an der Uni”

  1. LordT

    Moin Chef,

    bin grad auf dem Weg nach Korea (sitze in Dubai (kostenloses WLAN, yeah!))
    und hoffe irgendwie das meine Uni auch so cool wird wie deine.

    Glaubs aber nicht – Orientation Programm, coole Sache. Naja, mal schauen was es sonst noch so gibt – du machst das viel zu professionel hier ;D

    Grüße,

    Blitz

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